„Es gibt keinen Wundertipp bei einem Marathon“
© Salzburg Marathon / Kathrin Buschmann
29. Apr 2016

„Es gibt keinen Wundertipp bei einem Marathon“

„..ein gesunder Körper und eine gute Vorbereitung sind das Wichtigste“ Dr. Holger Förster ist der medizinische Leiter des Medical Service beim 13. Salzburg Marathon. Bei der Messe im Kongresshaus Salzburg steht er vielen Läufern und Läuferinnen mit Rat und Tat zur Seite. Der gebürtige Osttiroler beantwortet uns, worauf man als Marathon – Läufer achten soll. 




Warum ist eine medizinische Untersuchung vor einem Marathonstart so wichtig? 



Allgemein ist es natürlich wichtig zu wissen, ob man grundsätzlich gesund ist. Die Gesundheit steht immer im Vordergrund. Hier wird vor allem ein Auge auf das Herz–Kreislauf–System geworfen, man schaut, ob man überhaupt in der Lage ist, einen Marathon zu laufen. Heute sollte man das bereits wissen, jetzt achtet man auf akute Beschwerden. Tauchen grippale Effekte auf oder gibt es zum Beispiel Beschwerden im Bewegungsapparat, so biete ich hier die Entscheidungshilfe, ob gelaufen werden kann oder nicht. 




Der Marathon klopft ja schon an unsere Tür. Wie sollte man sich jetzt in den letzten Tagen vorbereiten? Auf was sollte man achten? 



Dass man nicht krank wird. Das ist jetzt das wichtigste! Man soll sich ausreichend ernähren, den Kohlenhydratspeicher auffüllen, genügend trinken und regeneriert zum Start am Sonntag kommen. Trainiert wird jetzt ja üblicherweise nicht mehr, nur kleine Regenerationsläufe, kurze Steigerungsläufe und aufpassen, dass man sich jetzt nicht mehr verkühlt – bei der Besichtigungstour durch Salzburg. 




Du hast nicht nur eine vielfältige Erfahrung im medizinischen Bereich, du bist ja selbst auch im Wettkampfsport tätig. Hast du irgendwelche Geheimtipps? Wie bereitst du dich auf einen Wettkampf vor?



Meine Wettkämpfe sind ja kürzer. Ich laufe hauptsächlich Mittelstrecken, also 800 Meter oder 1.500 Meter auf der Bahn. Da sieht zwar die Vorbereitung ein wenig anders aus, aber das Prinzip ist das gleiche. Auch hier geht es darum, dass man die Muskeln gesund hält und zum Start auch fit ist. Es gibt keine Medikamente, keine besonderen Tricks und keinen Wundertipp. Ein gesunder Körper und die entsprechende Vorbereitung sind das richtige Rezept. Man trainiert vorher, dieser Zustand soll gehalten werden.




Wenn dann der Marathon geschafft ist, was sollte man für die Regeneration tun? 



Die Regenerationszeit hängt vom ursprünglichen Trainingszustand ab. Je besser jemand trainiert ist, desto schneller ist er auch wieder fit. Bestreitet man einen Marathon zum ersten Mal, dauert diese Phase der Regeneration sicherlich länger.  
Es gelangt aber natürlich jeder an seine Grenzen. Am wichtigsten ist die Regeneration direkt nach dem Rennen. Schnell duschen gehen und wieder warm anziehen sollte als erstes geschehen. Die Muskeln werden durch Spaziergänge weich gehalten, unterstützend ist natürlich auch eine Massage. Für eine nicht allzu große Belastung auf den Organismus, eignet sich in den darauffolgenden Tagen Schwimmen oder Radfahren, um dann schön langsam wieder in das Training zurückzufinden.