2016 ist da: Wie läuft's?
© SIP / Johannes Langer
20. Jan 2016
Johannes Langer Johannes Langer

2016 ist da: Wie läuft's?

Zum Jahreswechsel war ich wild entschlossen, Prioritäten zu setzen, das aktive Sportlerleben mehr zu betonen. Irgendwie war der Ehrgeiz so richtig geweckt, eine bessere Balance zwischen Arbeit und mein übriges Leben zu bringen.

Aber, wie es oft geschieht, wenn zu viele ehrgeizige Pläne auf einmal da sind, verliert man den Blick auf das große Ganze schnell aus den Augen. Aber dazu später mehr.

Wir wissen, regelmäßiges Joggen verschafft Erfolgserlebnisse und erzeugt Glücksgefühle. Läufer sind widerstandsfähiger und konzentrierter. Wir schlafen tiefer, haben belastbarere Knochen, elastischere Gefäße, stärkere Sehnen, ein stabileres Herz-Kreislauf-System und eine lebhaftere Libido. Wer sich danach nicht sehnt, muss ein fanatischer Flaneur sein.

Laufen ist aber auch ein ständiges Philosophieren. Denn die Zeit während des Joggens ist eine der besten Gelegenheiten, um in sich zu gehen, um über Vieles und speziell über Neues nachzudenken. Deshalb habe ich eine Liste mit meinen persönlichen Top7-Überlegungen für kommenden Monate erstellt:


1. Versuche nicht, perfekt zu sein
Das Streben nach Perfektion ist allgegenwärtig. Auf der einen Seite sind wir bestrebt, perfekt in allem zu sein, was wir tun. Auf der anderen Seite neigen wir dazu, uns mit anderen die in unseren Augen besser als wir Dinge erledigen, zu vergleichen. Ist das wirklich sinnvoll? Stattdessen sollten wir uns auf unsere eigenen Stärken besinnen und gewisse Schwächen an uns akzeptieren.


2. Workout-Tagebuch führen
Wenn du die täglichen Sportaktivitäten aufschreibst, siehst du den Fortschritt bereits auf dem Papier, bevor er überhaupt am Körper erkennbar ist. Das bringt einen zusätzlichen Motivationsschub. Praktischer Nebeneffekt: Du kannst im Verlauf erkennen, zu welchen Zeiten deine Leistungen auf dem Höhepunkt sind oder welche Trainingseinheiten dir besonders liegen.


3. Routine durchbrechen
Wenn du jeden Tag die gleichen Übungen oder Läufe durchführst, langweilst du nicht nur deinen Geist, sondern auch deinen Körper. Folge: Du verlierst langsam die Lust und brichst dein Training womöglich komplett ab. Kombinier daher besser Ausdauer- und Krafttraining und abwechslungsreicher Gymnastik.


4. Setze Grenzen
Dies ist wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe: Erkennen, Festlegen und das Durchsetzen eigener Grenzen. Die Situation ist nur allzu vertraut. Obwohl wir schon kämpfen, um die stetig wachsende Zahl von Aufgaben zu bewältigen, bauen wir uns ein weiteres neues Projekt auf. Du kennst diese oder ähnliche Situationen. Eine Zeit lang funktioniert das, aber ab einem gewissen Punkt wird der Druck zu groß und unsere Gesamtenergie leidet.


5. Kleine Ziele setzen
Überfordere deinen Körper nicht schon von Beginn an. Versuche nicht gleich, zwei Stunden durchzulaufen [falls du dazu in der Lage bist]. Der einfache Trick: Steiger dich nach und nach. Nur wenn du dein Ziele auch erreichen kannst, spornt dich das an und motiviert dich zu neuen Höchstleistungen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, bei dem du dich für eine schöne Laufveranstaltung anmelden wirst, um dich einer neuen, spannenden Herausforderung zu stellen.


6. Finde deinen eigenen Weg
Jede und jeder von uns hat andere Begabungen, unterschiedliche Prioritäten im Leben und unterschiedliche Energiepotentiale. Der Druck in unserem sozialen Umfeld ist hoch, egal welchen Weg wir wählen, den einen richtigen gibt es nicht. Jeder Weg ist anders und zum Glück können wir unseren Weg von Zeit zu Zeit ändern.


7. Schalte aus
Eines darfst du auf keinen Fall vergessen, von Zeit zu Zeit „Ausschalten“ – körperlich wie geistig und die Seele baumeln lassen. Schalte deinen Laptop aus und leg das Smartphone beiseite. Nur wenn du die regelmäßig Zeit für dich nimmst, bleibst du produktiv und motiviert.


Die Liste der Tipps könnte ich unendlich fortsetzen. Aber welche Punkte würdest du hinzufügen?

Ach ja, eine Information schulde ich dir noch. Ich sprach von dem Blick aufs Ganze. Nun, es war ein Detail. In Gedanken versunken übersah ich beim Laufen eine Unebenheit. Schon kippte ich um und hinke seither mit einem dicken Knöchel herum. Vor lauter Nachdenken über das große Ganze wurde ich von einem winzigen Loch in der Straße gestoppt. Aber wie heißt so schön ,Aufgeschoben ist nicht aufgehoben‘. Jetzt muss halt das Standfahrrad herhalten – nicht so spannend wie das Laufen, aber ich bewege mich.


Bewege dich, und lebe dein Leben!