Motivation im Trainingsalltag
Salzburg Marathon / Bryan Reinhart
01. Mar 2016
Karl Aumayr Karl Aumayr

Motivation im Trainingsalltag

Ich war nie ein Profi. Ich wollte es auch nie sein. Aber ich habe trainiert wie einer. Oder es zumindest versucht.

Wenn ich mich jetzt daran zurückerinnere, erscheint es mir eigenartig, denn 150 bis 200 Kilometer Laufpensum pro Woche neben Beruf und Familie klingen so fern und unrealistisch, dass ich mich schon nicht mehr wirklich daran erinnere, was mich angetrieben hat. So ganz konnte ich es wohl auch damals nicht sagen. Training war eine Selbstverständlichkeit, es war eine Droge. Es war wie schlafen und essen ein Teil des Alltags, für den es keine Motivation brauchte. Es war normal.

Und doch frage ich mich jetzt, wie das damals funktioniert hat, wo die Zeit dafür herkam. Wie habe ich es geschafft, neben einer 50 Stunden+ Arbeitswoche, familiären Verpflichtungen und allerlei Herausforderungen im Alltag ein derartiges Trainingspensum zu schaffen? Die Antwort auf diese Frage ist so einfach, wie sie gleichzeitig herausfordernd ist. Denn so simpel die folgenden Ratschläge auch sein mögen, so schwierig kann sich deren Umsetzung gestalten, wenn die notwendige Konsequenz fehlt.


Plane deine Zeit!

Ein Ziel ohne Plan bleibt ein Traum. Er kann in Erfüllung gehen, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß. Deshalb plane deine Zeit! Konkret heißt das: Stelle dir am Wochenende einen Plan für dein Training in der kommenden Woche auf. Notiere dir, wann und wo du trainieren willst, berücksichtige Termine, die du bereits im Kalender hast und baue einen Puffer ein, damit nicht ein unvorhergesehenes Meeting im Büro die wichtige Tempoeinheit am Mittwoch zunichte macht. Es ist wichtig, dass du dich auf dein Training einstellen kannst und dass du weißt, was dich am nächsten Tag beim Training erwartet. Unsere Club-Trainings des Club RunAustria sind dabei ideale Fixtermine (Termine unter www.RunAustria.at), die dir dabei helfen, das Training durchzuziehen und die notwendigen Schwerpunkte hinsichtlich Qualität und Quantität der Trainingseinheiten umzusetzen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine ungeplante Trainingswoche nur allzu viele Ausreden bietet, das Training ausfallen zu lassen. Wenn die Einheiten aber fix im Kalender stehen, fällt es wesentlich leichter, diese auch zu absolvieren. Selbst dann, wenn sich der berühmte innere Schweinehund lautstark meldet und dich auf die Couch und vor den Fernseher zurückholen will.


Plane dein Training!

Hast du erst die Zeit für das Training fix in deinen Alltag eingeplant, gilt es, das Training selbst zu planen. Viele Läuferinnen und Läufer laufen – gerade am Beginn – einfach drauflos. Das ist gut für die Fitness, hilft aber nicht unbedingt beim Fortschritt, den die meisten von uns auch erzielen wollen.

Ein Trainingsplan, in dem Erholung auf Anstrengung folgt und in dem genug Zeit für athletische Übungen (Kräftigung, Gymnastik) eingebaut sind, ist unerlässlich, wenn man sich sportlich weiterentwickeln will. Unter der Anleitung von Diplomtrainer Johannes Langer und den Coaches von RunAustria kannst du in unseren regelmäßigen Club-Trainings lernen, wie ein Training sinnvoll aufgebaut ist. Noch besser ist es, du lässt dir einen professionellen Trainingsplan erstellen, der auf dein individuelles Leistungsvermögen und auf deine Trainingsvorlieben Rücksicht nimmt. Doch auch für alle, die ihr Training selbst in die Hand nehmen, gilt: Ein sinnvolles Training erleichtert die Herausforderungen und bringt spürbar mehr Fortschritt.


Setze dir Ziele!

Ohne konkretes Ziel ist es sehr schwer, die Motivation hoch zu halten. Und ohne Ziel, wird auch ein Plan nur bedingt Sinn  machen. Das kann einerseits das neue Wunschgewicht sein oder andererseits eine bestimmte Zielzeit bei einem der Bewerbe der „get active days“ im Rahmen des Salzburg Marathon 2016. Egal, welche Ziele du verfolgst, du musst sie dir vor Augen halten und sie dir konkret vorstellen. Vermeide Formulierungen wie „es wäre schön“ oder „wenn ich Glück habe, kann ich“. Nimm dir viel mehr konkret ein messbares Ergebnis vor: „Ich laufe den Marathon in 3 Stunden und 28 Minuten“. Dieses Ziel soll dich im Alltag begleiten. Klebe es auf den Badezimmerspiegel, verwende es als Hintergrundbild am Smartphone und denke daran, wenn du auch mal weniger motiviert für das Training bist. Es erinnert dich auch in einem Motivationstief an den Grund deines Trainings und lässt dich nicht aufgeben.


Selbstverständlich sind diese drei Tipps noch nicht der Weisheit letzter Schluss und keine Garantie dafür, dass es im Training auch klappt. Und bei aller Planung und beim besten Willen, die Ziele zu erreichen, bleibt trotzdem immer ein Satz des ehemaligen Weltrekordhalters im Marathon Paul Tergat (Berlin 2004) als unerschütterliche Wahrheit stehen: „Im Training gibt es keine Abkürzungen“. Wer also nicht die nötige Portion Ernst und Engagement mitbringt, wird auch bei bester Planung dem Mann mit dem Hammer nicht davonlaufen können. Wer jedoch mit der richtigen Portion Demut und gut trainiert an den Start geht, wird das positive Gefühl beim Zieleinlauf das ganze Leben lang nicht mehr vergessen.