Edwin Kemboi ist der erste kenianische Staatsmeister in Österreich

© Salzburg Marathon – Bryan Reinhart,

Edwin Kemboi ist der erste kenianische Staatsmeister in Österreich

Kenianer Kemboi erstmals Staatsmeister im Marathon – Salzburg-Hattrick für Rotich – Freitag zum dritten Mal in Serie Staatsmeisterin bei den Damen.

Es waren dramatische Bilder am Ende eines spannenden Marathons. Mit letzter Kraft rettete sich Kemboi, geplagt von muskulären Problemen über die Ziellinie und gewann in einer Zeit von 2:22:00 Stunden erstmals den Salzburg Marathon. Damit ist Edwin Kemboi zugleich auch österreichischer Staatsmeister, da er seit über einem Jahr seinen Hauptwohnsitz in Klagenfurt hat und seit Sommer vergangenen Jahres mit der Kärntnerin Anja Prieler verheiratet ist, war er erstmals bei den Staatsmeisterschaften startberechtigt. „Ich bin sehr glücklich, Staatsmeister zu sein!“, lautete das erste Statement Kembois am Ende eines harten Arbeitstags. Mit diesem Novum hat Edwin Kemboi einen Eintrag in die österreichische Laufsportgeschichte sicher.

Streckenrekord geriet außer Reichweite
Die kenianische Spitze des Rennens mit Kemboi, Julius Koech und Sammy Kiptoo gestaltete das Tempo von Beginn an so, dass der Streckenrekord von Eliud Kiplagat aus dem Vorjahr im Bereich des Möglichen lag. Erst in der Schlussphase und besonders auf den letzten drei Kilometern musste das Spitzenduo Kemboi-Koech aufgrund totaler Erschöpfung das Tempo erheblich drosseln – die letzten Passagen der 42,195 Kilometer waren die härtesten für die beiden. „Ich hatte muskuläre Probleme an den Beinen. Aber ich wollte unbedingt zu Ende laufen“, verfolgte der Sieger bis zum Ende sein großes Ziel, den Staatsmeistertitel zu gewinnen. Mitstreiter Julius Koech belegte mit einem knappen Rückstand von zwei Sekunden den zweiten Platz, der dritte Kenianer im Feld, Sammy Kiptoo kam in einer Endzeit von 2:23:07 Stunden auf dem dritten Rang ins Ziel.

Rotich schafft Salzburg-Hattrick
Zum dritten Mal in drei Jahren heißt sie Siegerin des Salzburg Marathon bei den Damen Nancy Joan Rotich. Die 26-jährige ist damit die erste Dreifachsiegerin der Geschichte der Veranstaltung. „Dieser Sieg war mit Abstand der härteste von allen Erfolgen hier. Aber es ist wunderbar, hier dreimal gewonnen zu haben“, freute sich Rotich im Ziel. Die Kenianerin setzte sich von Beginn weg von ihren Konkurrentinnen ab und lief ungefährdet in einer Zeit von 2:48:30 Stunden über den blauen Teppich am Residenzplatz ins Ziel.

Staatsmeisterschaften: Aumayr sichert Rang zwei ab
Lokalmatador Karl Aumayr (CLUB LaufImPuls) krönte eine tolle Leistung mit Silber bei den Staatsmeisterschaften. Der Salzburger erreichte das Ziel auf Rang fünf in einer Zeit von 2:24:38 Stunden. „Die Devise war alles oder nichts!“, erzählte der Staatsmeister von 2012 nach dem Rennen, der seine persönliche Bestleistung um gut eine Minute verpasste. „Nach sehr guten Trainingsleistungen habe ich mir eine Bestzeit zugetraut, bis 27 Kilometer lag ich auf Kurs 2:22 Stunden. Dann habe ich aber bewusst rausgenommen, um den zweiten Platz bei den Staatsmeisterschaften abzusichern.“ Dies gelang, allerdings knapp: Robert Gruber (Kolland Topsport Gaal) überquerte die Ziellinie lediglich 13 Sekunden hinter Aumayr und holte sich die Bronzemedaille.

Freitag zum dritten Mal Staatsmeisterin bei den Damen
Zum dritten Mal binnen drei Jahren heißt die Staatsmeisterin der Damen Karin Freitag (LG Decker-Itter). Die erfahrene Tirolerin siegte bereits 2012 in Salzburg und vollendete in der Mozartstadt nach ihrem Triumph in Graz im vergangenen Herbst den Staatsmeistertitel-Hattrick. „Es freut mich besonders, dass ich den dritten Titel in Folge geschafft habe“, jubelte die 34-jährige nach einer guten Leistung. In einer Zeit von 2:49:45 Stunden fehlten ihr nur 1:15 Minuten auf die hochfavorisierte Rotich, womit Freitag einen klaren zweiten Platz belegte. Die neue Staatsmeisterin lief damit auch gut zwei Minuten schneller als vor drei Wochen in Wien. „Mir war es wichtig, schnell anzulaufen, weil ich keine direkte Konkurrentin um den Staatsmeistertitel um mich haben wollte“, erklärte die Tirolerin ihre Taktik. Hinter Freitag belegten Katharina Zipser (SK Rückenwind) in einer Zeit von 2:53:06 Stunden den zweiten Platz knapp vor Andrea Weber (SV Reutte LA Raiffeisen) in 2:53:18 Stunden, wobei alle drei Stockerlplätze nach Tirol gingen.

Salzburger Dreifachsieg im Halbmarathon
Der Halbmarathon der Herren war eine Angelegenheit für die Hausherren. Wolfgang Stabauer (Team Vitalwolf) setzte sich frühzeitig vom Rest des Feldes ab, gegen Ende des Rennens rückte ihm aber Verfolger Klemens Bernegger (ASV Salzburg LA) bedrohlich auf die Pelle. Stabauer rettete am Ende mit einer Endzeit von 1:13:27 Stunden zehn Sekunden Vorsprung auf Bernegger ins Ziel und freute sich sehr: „Das ist eine super Stimmung auf einer super Strecke! Ich bin zum ersten Mal unter 1:14 Stunden gelaufen“. Dritter wurde Alex Knoblechner (Lauftreff Nussdorf) in 1:14:04 Stunden.

Bei den Damen setzte sich Maria Hochegger (Running Team Lannach) in 1:20:59 Stunden klar vor Laura-Nicoleta Ghelmez (UAB Wien) in 1:23:28 Stunden und Eva Trost (LG Festina Rupertiwinkel) in 1:24:17 Stunden durch. Die Bayerin Eva Trost war 2004 Premierensiegerin beim Salzburg Marathon und hat sich vor kurzem im Alter von 45 Jahren zu einem Comeback entschlossen. Die siegreiche Steirerin war begeistert von der Veranstaltung und von ihrer Leistung, die eine neue persönliche Bestleistung bedeutete – und das nur elf Monate nach der Geburt ihres Kindes.

Einen Schweizer Sieg gab es im Salzburger Nachrichten 10k City-Run zu bewundern: Manuel Wyss (team-wyss.com) gewann in einer Zeit von 33:16 Minuten vor Martin Kjäll-Ohlsen (Dodo Runners) in 33:30 Minuten. Der in Norwegen lebende Schwede war bei den nationalen Meisterschaften in Norwegen im Halbmarathon und Marathon schon des Öfteren auf dem Podest. Bester Österreicher wurde der Salzburger Michael Holzner (ASV Salzburg LA) in einer Zeit von 34:03 Minuten und belegte damit die dritte Postion.
Bei den Damen drehte sich das Vorjahresergebnis um: Maria Theresa Handlbauer (SV Gallneukirchen), im letzten Jahr noch Zweite, siegte dieses Mal in einer Zeit von 37:38 Minuten. Die seit 18 Jahren in Salzburg lebende Londonerin Lauren Greil (ASV Salzburg LA), Vorjahressiegerin und ehemalige Siegerin des Halbmarathons, erreichte heuer den zweiten Platz in einer Zeit von 38:50 Minuten. Rang drei ging an Victoria Heugenhauser (LC Saalfelden) in 41:23 Minuten.

Beim Römerquelle Genusslauf siegten Philip Pertl (Skin Fit Racing Tri Team) in einer Zeit von 18:55 Minuten bzw. Eleanor Evans aus Bergheim in einer Zeit von 22:36 Minuten.

Fantastische Stimmung
Begeistert zeigten sich alle Läufer von der herausragend guten Stimmung in Salzburg. Zehntausende Zuschauer säumten den Streckenrand des 21,1 km langen Kurses und feuerten die Teilnehmer lautstark an. Bereits um 9:00 Uhr beim Start am Residenzplatz fanden sich zahlreiche Zuschauer ein, um den Beginn des Spektakels mitzuerleben. Dabei präsentierte sich Salzburg mit idealen Läuferbedingungen. Bei einer leichten Wolkendecke, Windstille, auftrocknenden Straßen und Temperaturen zwischen 7 und 8°C starteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die jeweiligen Bewerbe. Im Laufe des Vormittags kletterte das Quecksilber am Thermometer weiter nach oben, auf dem letzten Viertel genoss die Marathon-Spitze sogar die ersten Sonnenstrahlen.

Insgesamt 6.709 Teilnehmer starteten bei den 11. Lauffestspielen in der Mozartstadt, die sich so international wie nie zuvor präsentierten: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 62 Nationen genossen das Wochenende in Salzburg. Damit kam der Salzburg Marathon ein Jahr nach der für viele Läufer besonders attraktiven Jubeiläumsausgabe beinahe an den Teilnehmerrekord von 2013 heran. Bereits am Samstagabend nahmen 1.146 Kinder und Jugendliche am Coca-Cola Junior-Marathon teil. Im Marathon, im Halbmarathon und im Salzburger Nachrichten 10k City-Run verzeichnet der Salzburg Marathon beachtliche neue Rekordteilnehmerfelder; erstmals starteten deutlich über 1.000 Läuferinnen und Läufer über die Traditionsdistanz über 42,195 Kilometer.


Ergebnisse Salzburg Marathon:

Marathon
Damen:
1. Nancy Joan Rotich (KEN) 2:48:30 Stunden
2. Karin Freitag (AUT) (LG Decker Itter) 2:49:45 Stunden
3. Katharina Zipser (AUT) (SK Rückenwind) 2:53:06 Stunden

Herren:
1. Edwin Kipchirchir Kemboi (KEN) 2:22:00 Stunden
2. Julius Cheruiyot Koech (KEN) 2:22:02 Stunden
3. Sammy Kiprop Kiptoo (KEN) 2:23:51 Stunden

Österreichische Staatsmeisterschaften
Damen:
1. Karin Freitag (AUT) (LG Decker Itter) 2:48:30 Stunden
2. Katharina Zipser (AUT) (SK Rückenwind) 2:53:06 Stunden
3. Andrea Weber (AUT) (SV Reutte LA Raiffeisen) 2:53:18 Stunden

Herren:
1. Edwin Kipchirchir Kemboi (KEN) 2:22:00 Stunden
2. Karl Aumayr (AUT) (CLUB LaufImPuls Salzburg) 2:24:38 Stunden
3. Robert Gruber (AUT) (Kolland Topsport Gaal) 2:24:51 Stunden

Halbmarathon
Damen:
1. Maria Hochegger (AUT) (Running Team Lannach) 1:20:59 Stunden
2. Laura-Nicoleta Ghelmez (AUT) (UAB Wien) 1:23:20 Stunden
3. Eva Trost (GER) (LG Festina Rupertiwinkel) 1:24:17 Stunden

Herren:
1. Wolfgang Stabauer (AUT) (Team Vitalwolf) 1:13:27 Stunden
2. Klemens Bernegger (AUT) (ASV Salzburg LA) 1:13:37 Stunden
3. Alex Knoblechner (AUT) (Lauftreff Nussdorf) 1:14:04 Stunden

Salzburger Nachrichten 10k City-Run
Damen:
1. Maria TheresaHandlbauer (AUT) (SV Gallneukirchen) 37:38 Minuten
2. Lauren Greil (GBR) (ASV Salzburg LA) 38:50 Minuten
3. Victoria Heugenhauser (AUT) (LC Saalfelden) 41:23 Minuten

Herren:
1. Manuel Wyss (SUI) (team-wyss.com) 33:16 Minuten
2. Martin Kjäll-Ohlsen (SWE) (Dodo Runners) 33:30 Minuten
3. Michael Holzner (AUT) (ASV Salzburg LA) 34:03 Minuten

5-km-Römerquelle Genusslauf
Damen:
1. Eleanor Evans (AUT) (Bergheim) 22:36 Minuten
2. Catherina Centanni (AUT) (Seekirchen) 24:19 Minuten
3. Melanie Baldauf (ITA) (St. Valentin) 24:51 Minuten

Herren:
1. Philipp Pertl (AUT) (Skin Fit Racing Tri Team) 18:55 Minuten
2. Albert Hinterstoißer (GER) (SC Anger) 19:03 Minuten
3. Rudi Urban (AUT) (ASV Salzburg LA) 19:40 Minuten

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