Jonas Koller: ein besonderes Jubiläum

© Salzburg Marathon / Foto Viertbauer

Jonas Koller: ein besonderes Jubiläum

Ein gesunder Körper bedeutet natürlich viel Reichtum. Doch auch ein gesunder Geist macht den Menschen als vollkommene Einheit aus. Johannes Koller stand vor elf Jahren plötzlich vor der Diagnose Krebs. Was das von einem auf den anderen Tag bedeutete und was für ihn der diesjährigen Start bei den Lauffestspielen der Mozartstadt so besonders macht, erzählt er im Interview mit dem Salzburg Marathon.

Salzburg Marathon: Jonas Koller, du bist heuer zum zehnten Mal beim Halbmarathon am Start. Eine beachtliche Zahl, besonders nachdem du vor einigen Jahren die Diagnose Krebs bekamst...
Jonas Koller: „Die Diagnose der Krebserkrankung war 2008. Zudem kam die Mitteilung, dass er schon gestreut hatte, sprich es Metastasen im Körper gab. Das bedeutete erstmal für mich, dass einige Behandlungsprozesse die losgingen. Trotzdem konnte ich bereits 2009 das erste Mal beim Sparkasse Halbmarathon an den Start treten. Wirklich eingeschränkt war ich nur ein halbes Jahr wegen der therapeutischen Maßnahmen. In dieser Zeit war überhaupt keine sportliche Betätigung möglich.“

Deine Liebe zum Sport war also bereits vor deiner Erkrankung vorhanden?
„Genau, ich habe schon immer viel Sport getrieben. Auch in jungen Jahren. Damals spielte ich aber mehr Fußball und Eishockey. Gelaufen bin ich nebenbei immer schon ein bisschen. Nun, wo ich älter geworden bin, habe ich mich entschlossen umzusteigen. Eishockey und Fußball sind Sportarten, die Knochen und Gelenke mehr belasten, was beim Laufen eher weniger der Fall ist. Das Problem bei meiner Krebserkrankung war, dass die Lymphknoten entfernt werden mussten um festzustellen, ob der Krebs bereits gestreut hatte. Mein Krebsherd war allerdings am Unterschenkel, und an der Hüfte wurden mir die Lymphknoten entnommen. Nun war mein linkes Bein dementsprechend geschädigt und die Funktionstüchtigkeit nicht mehr so wie vorher.

Das macht mich stolz, denn mittlerweile kann ich wieder die Leistung abrufen wie vor meiner Erkrankung. Lediglich einen Kompressionsstrumpf muss ich für das Laufen anziehen. Mit den Ärzten lag ich damals noch sehr im Clinch. Denn nach der Entnahme von Lymphknoten und Tumor weigerte ich mich gegen jegliche weitere therapeutische Maßnahme. So wurde mir beispielsweise zur Chemo- oder Immuntherapie geraten. Diesen Ratschlag lehnte ich jedoch ab. Bis heute bin ich aber tatsächlich krebsfrei, was nicht heißt, dass ich naiv genug bin um zu glauben, gänzlich außer Gefahr zu sein!“

Abschließend möchte ich dich noch nach deinen schönsten Erlebnissen beim Salzburg Marathon fragen. Was hast du besonders in Erinnerung behalten?
„Für mich gibt es nicht den EINEN Moment. Was ich immer spannend finde, ist die Zeit kurz vor dem Start. Wenn alle Läufer bereits nervös zusammenstehen und die Spannung spürbar in der Luft hängt.

Ganz besonders gefällt mir beim Salzburg Marathon die Atmosphäre rundherum. Die verschiedenen Musikgruppen am Rande der Laufstrecke verbreiten eine super Stimmung in der Stadt. Das spürt man bereits am Freitag, wenn man durch die Straßen läuft. Dieses Feeling ist wirklich einzigartig beim Salzburg Marathon, was es umso schöner macht ist, dass er so gut wie vor meiner Haustür stattfindet.“