Motivation!?! Wie wär’s mit Freude?

© Salzburg Marathon / Bryan Reinhart

Motivation!?! Wie wär’s mit Freude?

Laufen im Jahr 2022 – stellen wir den Laufgenuss und die Freude am Aktiv sein in den Vordergrund!


Deine Neujahrsvorsätze liegen am Prüfstand! Jetzt sind die entscheidenden Tage, ob Vorsätze nachhaltig gelingen oder kläglich scheitern. Nämlich dann, wenn der Alltag nach den Feiertagspausen zurückkehrt.

Tausende und Abertausende haben sich alleine in Österreich den Vorsatz gesetzt, sich 2022 mehr zu bewegen. Mehr Sport zu machen. Mit dem Laufen anzufangen. Es wieder zu entdecken. Vielleicht bist auch du einst mit großer Motivation in dein erstes Laufjahr gestartet. Weil das Christkind neue Laufschuhe und eine moderne Sportuhr unter den Weihnachtsbaum gelegt hat. Du hast es geschafft, bravo! Du bist eine Läuferin, ein Läufer – das Laufen ist nicht mehr aus deinem Alltag wegzudenken. Dir gebührt auch deshalb ein Kompliment, weil du eine Minderheit darstellst.


Eine unwiderstehliche Minderheit

Auch 2022 werden es wieder viele schaffen – aber noch viele, viele mehr werden, nicht auf den ersten, aber bereits auf den zweiten Metern, das Handtuch werfen. Ein Forscherteam der Universitäten in Los Angeles, Boston und Vancouver hat in einer im Jahr 2017 im Magazin „Translational Behavioral Medicine“ veröffentlichten Studie festgestellt, dass die Motivation, sich mehr sportlich zu bewegen beim Großteil ein schnell ersticktes Strohfeuer bleibt. Von 116 Probanden, die die Absicht hatten, sich sportlich zu betätigen, öffnete sich bei 84% binnen eines viertägigen Experiments eine Diskrepanz zwischen Absicht und tatsächlichem Verhalten. Bisherige wissenschaftliche Daten gingen davon aus, dass fast jeder zweite Vorsatz zu mehr sportlicher Bewegung an der Umsetzung der Verhaltensveränderung gänzlich scheitert.

Dabei ist „Ich möchte mich mehr bewegen“ noch ein dankbarer Vorsatz und hat deswegen Potenzial, weil es positive Konnotationen hervorruft. Etwas vergrößern, etwas verbessern, etwas erweitern wollen, ist für uns psychologisch erstrebenswerter als etwas zu verringern oder einzuschränken. Der Vorsatz „Ich möchte weniger Freizeit am Bildschirm verbringen“ hat daher weniger Chancen, um ein Konträrbeispiel zu nennen.


Der innere Schweinehund ist ein Luder!

Es sind die überzeugenden Argumente des Laufens, die es ideal für einen Neujahrsvorsatz machen. Die positiven Auswirkungen auf körperliche und mentale Gesundheit. Körperliche Fitness für ein besseres Leben. Es ist ein großes Ziel! So überwältigend die Pro-Argumente auch ausfallen mögen, langfristige Ziele bringen oft als lästig erkannte Hürden mit sich, für die wir Menschen nicht per se geschaffen sind. Disziplin, Konsequenz, Regelmäßigkeit, Nachhaltigkeit – Konstanten eines Aufwands, der uns psychisch in die Defensive drängen will, uns Alternativlösungen suchen und von Bequemlichkeit träumen lässt.


Die Botschaft einer Pandemie

Zweieinhalb Stunden moderate oder intensive körperliche Bewegung im Ausdauerbereich pro Woche, dazu zwei Kurzeinheiten von Kräftigungsübungen. Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jeder und jedem Erwachsenen als Baustein für einen gesunden Lebensstil. Kinder sollen sich je nach Entwicklungsstadium mehr bewegen, Jugendliche mindestens genau so viel. Wann war diese Botschaft jemals kraftvoller als im Kontext eines diskriminierenden Virus, der schlechteren gesundheitlichen Zustand und mangelnde körperliche Fitness in Einzelfällen gnadenlos für sich ausnutzt? Die Hebel derartige Nachteile großteils präventiv oder durch sofortige Verhaltensänderung auszumerzen, sind in unserer Hand. Laufen ist definitiv ein richtiger Vorsatz!


Die Lauflust als sanfte Sucht

Wird das als Motivation für eine Mehrheit reichen? Nein, meint ein am 30. Dezember 2021 auf der Website der Schweizer Tageszeitung NZZ erschienener Artikel zum Thema. Viel effektiver sei es unter Berufung auf Fachleute aus dem Fachbereich der Sportpsychologie, die Lust am Laufen und die Genuss während des Laufens in den Vordergrund stellen. Das positive Gefühl nach einer Laufrunde kennen wir alle, doch es hat anscheinend einen schweren Stand gegen negative Gedanken und Emotionen, die verankern, dass es unterwegs einmal hart oder ungemütlich war. Nachhaltige Motivation und Freude am Laufen sei zu erwarten, wenn die Laufaktivität unmittelbar Spaß macht und positive Emotionen hervorruft. Die positiven Erlebnisse und Erinnerungen bilden Konnotationen, die Vorfreude auf die nächste Trainingseinheit hervorruft und die Regelmäßigkeit der sportlichen Aktivität erleichtert.


Der meditative Charakter

Schwächelt also auch bei dir einmal die Motivation, stell die Lauffreude in den Vordergrund! Aber vor allem motiviere dir bekannte Laufeinsteigerinnen und Laufeinsteiger, dass sie den Genuss der Aktivität in den Vordergrund stellen. Keinen Zielen verbissen hinterher jagen. Keine schmerzverzerrten Gesichter und schweißgetriefte Hauben. Kein Zwang, viermal die Woche 45 Minuten laufen zu müssen. Kein Blick auf einen Trainingscomputer, der gnadenlos jeden zu lockeren Schritt bemerkt. Sondern einfach laufen. Die Gedanken treiben, die Seele baumeln und das Herz-Kreislauf-System arbeiten lassen. Die Laufrunde nach Zeit und Lust flexibel einteilen.

Der Premiumtipp, die Lust auf das Laufen zu heben, ist die Verabredung mit einer Freundin oder einem Freund. Der Partnerin oder dem Partner, Familie oder Verwandte. Noch abwechslungsreicher ist es bei Lauftreffs und im Laufverein. Erlebnis- und Unterhaltungsfaktor beim Laufen steigen, Anreize vermehren sich und die Attraktivität des Laufens verbreitert sich. Und, ganz wichtig: in der Natur laufen. Über diverse Sinne aufgenommen hat die natürliche Atmosphäre eine beruhigende, ausgleichende Wirkung auf uns Läufer: ein schöner Ausblick, ein Vogelzwitschern, die frische Winterluft vor der Dämmerung, ein sanfter Luftzug auf der Wange. Diese Impulse, diese Balance multiplizieren die Freude an der Bewegung.


Genussfaktor deluxe

Das erste Halbjahr 2022 eignet sich perfekt, um positive Emotionen beim Laufen zu suchen. Die Lauffreude in den Fokus zu stellen, jeden Laufschritt zu genießen. Das heißt nicht, dass Struktur, Disziplin und Zielsetzung unwichtig sind. Ganz im Gegenteil, diese Elemente können leicht einfließen. Höhepunkt der Lauffreude bleibt – und das bestätigt der Großteil der Community – der Erlebniswert bei Laufevents. Gemeinsam mit Gleichgesinnten einen herrlichen Lauftag vor einer besonderen Kulisse erleben und viele einzigartige Eindrücke sammeln.

Es muss nicht immer Marathon und auch nicht Halbmarathon sein. Das sind die Disziplinen für jene Läuferinnen und Läufer, die gerne ihre Ambitionen in einer disziplinierten Trainingsweise spiegeln. Die mentale und physische Kraft einsetzen, nicht nur aus dem Laufen ziehen. Das ist optional und bei der richtigen Herangehensweise extrem erfüllend. Aber nicht für jede und jeden gedacht, die Laufszene verändert sich seit Jahren in Richtung kürzerer Distanzen, die den Genussfaktor leichter erfüllen lassen. Ein 5km- oder 10km-Lauf oder gar ein Staffel bietet ebenfalls eine optimale Bühne für kumulierte Lauffreude.


Die Lauffestspiele der Mozartstadt vom 9. bis 15. Mai bieten bewusst ein vielschichtiges Programm mit dem richtigen Bewerb für jede Laufambition.

Lauffreude, Laufgenuss und Lauferlebnis sind natürlich überall drin!